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Neues aus der Presse

 

 

Von Harald Meyer in den Peiner Nachrichten vom 12.10.17

Vallstedt sorgt sich um Arzt und Kneipe

 

Die Angebote in der Ortschaft mit seinen rund 1300 Einwohnern werden weniger, nun hat auch noch die Zahnarztpraxis dichtgemacht.

Bei den Einkaufsmöglichkeiten und Kneipen sieht es schon seit langem mau aus in Vallstedt, nun kommt auch noch die Sorge um die ärztliche Versorgung. Dabei ist Vallstedt mit seinen rund 1300 Einwohnern immerhin der drittgrößte der 17 Orte in der Gemeinde Vechelde.

Doch mit Dr. Jürgen Langemann hat der einzige Zahnarzt in Vallstedt seine Praxis geschlossen und ist in den Ruhestand gegangen – er sucht einen Nachfolger für seine Praxis, bislang allerdings erfolglos.

Somit ist der Allgemeinmediziner Dr. Karsten Schümann der einzige Arzt in Vallstedt – auch er sucht einen Nachfolger, auch er hat bislang keinen Erfolg. Allerdings: „Ich mache weiter mit meiner Praxis, so lange, wie es geht“, versichert der 67-jährige Vallstedter. Die Suche nach einem Nachfolger gestalte sich schwierig, so lange junge Ärzte die Qual der Wahl hätten. „Medizinern werden Praxen im Allgäu, in München oder in Stuttgart angeboten – da ist es schwer, sie von Vallstedt zu überzeugen, wo sie einen Blick auf das Atommüllendlager Schacht Konrad haben“, beschreibt Schümann die Situation mit Spott – er ist seit Jahrzehnten im Verein „Vallstedter gegen Schacht Konrad“ aktiv.

Der Vallstedter Ortsbürgermeister Hans-Jürgen Mintel (66) sieht das Land in der Pflicht: „Die Landesregierung muss finanzielle Anreize schaffen, damit Ärzte auf das Land gehen.“ Karsten Schümann nickt zustimmend.

Auch die Vallstedter Kneipenlandschaft hat sich gewandelt: Einst hat es drei gegeben, nun ist „Minnis Bierquelle“ von Wilhelmine Conrad die einzige in Vallstedt. Auch die 67-Jährige sagt: „Eigentlich bin ich ja Rentnerin, aber ich mache weiter mit der Kneipe, solange es mir gesundheitlich möglich ist.“ Und dann? Einen Betreiber für eine Gastwirtschaft auf dem Lande zu finden, gelinge nur äußerst selten, schwant Wilhelmine Conrad nichts Gutes.

„Wir sehen es ja auch am Vallstedter Volksfest – das Interesse hat nachgelassen.“Hans-Jürgen Mintel, Ortsbürgermeister in Vallstedt.

Immerhin: Einen Fleischer und einen Bäcker gibt es in Vallstedt „Gott sei Dank“, stellt Mintel erleichtert feststellt. Allerdings bedrückt ihn die Situation in Vallstedt spürbar – und dann kommt noch die Tatsache hinzu, dass „wir als Vallstedter und als Gemeinde Vechelde machtlos sind“ – für die Lebensmittelketten beispielsweise der Ort zu klein, und „wir können hier auch keinen Arzt und keine Kneipe ansiedeln“.

Klar – in Lengede und in Vechelde gebe es Einkaufsmöglichkeiten und Mediziner, doch „was machen die Vallstedter, die keine Möglichkeiten haben, dort hin zu fahren?“, fragt Mintel besorgt. Ganz abgesehen davon, habe so ein Lebensmittelgeschäft auch eine soziale Bedeutung: „Dort trifft man sich, man sieht sich, man klönt miteinander.“

Ach ja – „es könnten mehr Leute zu mir in die Kneipe kommen“, sagt Wilhelmine Conrad noch, und erhält Zustimmung von Mintel: „Wilhelmine Conrad hat damit total recht.“ Leider habe der Kneipenbesuch sehr nachgelassen, doch wer die örtliche Gastwirtschaft nicht unterstütze, könne sich hinterher nicht beklagen. Mintel erinnert: „In den 17 Vechelder Ortschaften gibt es nur noch acht Gastwirtschaften.“ Es handelt sich hier also nicht nur um ein Vallstedter Problem.